Meditation

Meditation ist vor allem bekannt als eine in vielen religiösen bzw. spirituellen Kulturen ausgeübte Praxis, um die Dimensionen jenseits des gewöhnlichen Bewußtseins zu erkunden. Doch inzwischen beschäftigen sich auch unzählige Wissenschaftler mit den Wirkungen von Meditation - vor allem im Rahmen von Studien zum MBSR Training nach Jon Kabat-Zin. Sie fanden heraus, dass Stressreduktion durch die Praxis von Achtsamkeit signifikant auf vielfältige Symptome und Erkrankungen positiv einwirkt.

Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen beruhigt sich der Geist, Spannungen lösen sich aus der Muskulatur, die Atemfrequenz verlangsamt sich. Neben diesem wohltuenden Entspannungseffekt verändert sich - auch alltagsbezogen - die Art und Weise, wie der in Meditation Geübte innere Prozesse und äußere Vorgänge wahrnimmt und mit ihnen umgeht.

Meditation heißt: Schulung der geistigen Fähigkeiten und Entwicklung einer Haltung, die mit mehr innerem und äußerem Frieden einhergeht. Meditationspraktiken führen zur Ausbildung einer neuen kognitiven Infrastruktur in unserem Gehirn. Diese Infrastruktur verstärkt unsere angelegte Fähigkeit, ruhig und gelassen statt automatisch und gestresst auf Reize zu reagieren.

Indem wir durch Meditation lernen, unsere Aufmerksamkeit zu steuern und unser körperliches Empfinden deutlicher wahrzunehmen, gelangen wir zu einem höheren Grad von Emotions- und Selbstregulation. Praktisch bedeutet das: Statt wie gewöhnlich erst hinterher zu bemerken, was wir in einer emotional stark aufgeladenen Situation gesagt haben, können wir durch Schulung lernen, in emotionalen Situationen innerlich einen gesunden Abstand einzunehmen, so dass ein mechanisches "Überreagieren" ausbleibt.

Regelmäßiges Training führt dazu, dass der gegenwärtige Augenblick mehr Platz im Alltagsbewußtsein des Praktizierenden findet. Dadurch fühlt er sich lebendiger und verbundener mit dem, was er erlebt. Indem er sich darin übt, Lebensvorgänge (Gedanken, Empfindungen, Gespräche, Aufgaben) mit offenem Geist ruhig wahrzunehmen statt sie zu beurteilen oder abzulehnen, entwickelt er in sich eine innere Weite und Gelassenheit, die sich auf seinen Alltag positiv auswirkt.

Es gibt viele Arten Meditation zu praktizieren. Im Wesentlichen können zwei Gruppen unterschieden werden:

  • die passive (kontemplative) Meditation, die im stillen Sitzen praktiziert wird und
  • die aktive Meditation, bei der körperliche Bewegung, achtsames Handeln, lautes Rezitieren oder auch Visualisierungen zur Praxis gehören.

Eine profunde Einführung in wesentliche Praktiken wie Yoga, Stilles Sitzen, Schweigen, Gehmeditation, Atembeobachtung können Interessierte im MBSR Achtsamkeitstraining erhalten.

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